MENSCHEN BEI DER ECCLESIA: FREDERIK MEILWES STELLT SICH VOR

Wer sind eigentlich die Menschen hinter den Kulissen der Unternehmensgruppe? Was machen sie, wenn sie nicht an ihrem Arbeitsplatz sitzen?

Zum Beispiel Frederik Meilwes, Risikoberater bei der GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung, einem Unternehmen unserer Gruppe.

 

„Wir starten von vornherein als Teamplayer“

Seit zehn Jahren ist der 28-Jährige ehrenamtlich beim Rettungsdienst im Kreis Paderborn aktiv. Damals steckte er im Abitur und absolvierte nebenbei eine Ausbildung zum Rettungshelfer. Damit war der berufliche Weg vorgezeichnet: nach dem Abitur Ausbildung zum Krankenpfleger, parallel dazu Studium der Krankenpflege, nach dem Krankenpflegeexamen in die chirurgische Notaufnahme und weiter berufsbegleitend der Abschluss des Studiums mit dem Bachelor sowie Start des Masterstudiums. Während dieser Zeit arbeitete Frederik Meilwes nebenher beständig weiter im Paderborner Rettungsdienst – inzwischen als Rettungssanitäter.

„Im Durchschnitt fahre ich dreimal im Monat Dienste“, sagt Frederik Meilwes. „Dienste fahren“, das bedeutet jeweils eine zwölfstündige Schicht gemeinsam mit einem Kollegen auf der Rettungswache. Sobald ein Alarm eingeht, fährt das Zweierteam mit dem Rettungswagen raus und kümmert sich um die Erstversorgung und Stabilisierung von verunglückten oder erkrankten Menschen. In der Woche dauert seine Schicht nachts von 19 Uhr bis 7 Uhr, am Wochenende ist Meilwes manchmal auch tagsüber im Dienst. Die Dienste werden immer im Vormonat geplant, sodass Frederik Meilwes seine Schichten rechtzeitig mit seinen dienstlichen Verpflichtungen abstimmen kann. „Da wir während der Nachtschicht in unseren Ruheräumen ruhen dürfen und nicht ununterbrochen in Einsätzen gebunden sind, sind sich Ehrenamt und Beruf noch nie in die Quere kommen.“ Die Rettungswache in Altenbeken-Buke ist 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche besetzt, in der Regel mit einem Team aus einem hauptamtlichen, also beim Kreis Paderborn angestellten, und einem ehrenamtlichen Rettungssanitäter. Zum gesamten Team gehören etwa 20 Leute. „Ob wir ehrenamtlich oder hauptamtlich sind, spielt keine Rolle, wir arbeiten kollegial auf Augenhöhe.“ Genau diese Art des Arbeitens gefällt Frederik Meilwes: „Wer solch einen Beruf ergreift, will ja Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Wir sind von vornherein als Teamplayer gestartet.“

Die Herausforderung aktuell besteht darin, Rettungsdienst in COVID-19-Zeiten zu leisten. Es gibt Änderungen im Wachbetrieb. „Wir dürfen keinerlei Besuch mehr auf der Wache empfangen, wir sind während der gesamten Schicht nur zu zweit.“ In den Wachräumen müssen die Rettungssanitäter Abstand voneinander halten, während einer Einsatzfahrt gelten nun bei jedem Umgang mit Patienten die verschärften Hygienemaßnahmen, wie sie sonst nur bei bekannt infektiösen Patienten üblich sind: Die Rettungskräfte sind immer mit Jacke, Schutzbrille und Maske unterwegs.

Sind sie am Einsatzort angekommen, beginnen sie mit einer „Türschwellen-Diagnostik“. Frederik Meilwes: „Wir fragen auf Distanz die COVID-19-Symptome ab. Hat jemand Fieber, trockenen Husten, Geschmacksstörungen?“ Wenn der Patient oder die Angehörigen das bejahen, leiten die Rettungskräfte sofort erweiterte Maßnahmen ein und ziehen einen Ganzkörperoverall an, bevor sie sich dem Patienten nähern. Es sei denn, es handelt sich um einen zeitkritischen Notfall: Sollte jemand zum Beispiel reanimationspflichtig sein, müssen sich die beiden Rettungssanitäter auf die „Standardschutzausrüstung“ verlassen.

Auch die zentrale Einsatzleitstelle arbeitet unter dem Vorzeichen der Pandemie, berichtet Frederik Meilwes: „Sie fragt immer als erstes die Temperatur eines Patienten ab, selbst wenn dieser ‚nur‘ gestürzt ist, und gibt diese bei der Meldung an das Krankenhaus weiter.“

Sein Wissen aus seiner beruflichen Tätigkeit als Risikoberater von Krankenhäusern ist auch im Ehrenamt gefragt. Der Kreis Paderborn und der Rettungsdienst möchten seine Einschätzung zu bestimmten Themen hören, zum Beispiel zu einsatztaktischer Vorplanung, zur Betrachtung von Großschäden in Krankenhäusern; oder er soll auf der Basis seiner vielen, vielen Erfahrungen aus Kliniken in Deutschland und Österreich zu Themen wie Tele-Rettungsdienst, digitalisierte Notaufnahme und Zusammenspiel von Präklinik, also dem Rettungsdienst, und Krankenhaus erzählen. Die kollegiale Atmosphäre erlaubt es, dass er sehr offen über Verbesserungspotenzial reden kann. „Es hilft aber auch, dass ich den Leiter des Rettungsdienstes sowieso kenne, nämlich von unserem gemeinsamen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr“, sagt Frederik Meilwes schmunzelnd.

Umgekehrt hilft ihm sein Ehrenamt als Rettungssanitäter, dass er den nötigen praktischen Hintergrund für seine beruflichen Aufgaben nicht „verlernt“. Er kann bei der Risikoberatung der Krankenhäuser konkrete Beispiele einbringen und sagen: Ich bin kein Theoretiker, ich spreche aus der Praxis, ich habe das erlebt.

Der Risikoberater Meilwes ist froh, dass er durch seinen ehrenamtlichen Rettungsdienst die Praxis erlebt. Jedes Mal, wenn er zur Beratung in ein Krankenhaus komme, sagt er, „zieht es mich zum Schockraum oder ähnlichen Stellen und ich würde am liebsten direkt bei der Patientenversorgung mitwirken“. Trotzdem vertieft er weiterhin auch die Theorie: Auf seinen Master-Abschluss in Health and Medical Management setzt er nun noch den Master in Health Business Administration drauf. „So kann ich als Risikoberater und bei uns im Rettungsdienst bestimmte Entscheidungen auch besser mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund beleuchten.“ Damit ist er bestens ausgestattet, um die nächsten Jahre unterwegs zu sein – als Rettungssanitäter für Menschen in Not und als Risikoberater für die Krankenhäuser.

 

Antje Borchers
antje.borchers@ecclesia-gruppe.de

 

Drei Sätze zum Vervollständigen

  1. Beruf/Studium und Ehrenamt nützen einander, denn ich kann weiterhin mein theoretisches Wissen in der direkten Patientenversorgung anwenden und somit intensivieren.
  2. Worüber ich mich immer noch freue: Dass ich jemandem in einer Notsituation helfen konnte, selbst wenn diese noch so „klein“ ist, denn jeder nimmt eine solche Situation subjektiv anders war.
  3. Ich bin mit Leib und Seele für die Mitbürger unserer Gemeinde da.

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