TIPPS VOM EXPERTEN: WIE LÄSST SICH DAS RISIKO VON LECKAGEN UND ROHRBRÜCHEN REDUZIEREN


Es war nur ein kleines Loch in der Wasserzuführung in einem Badezimmer. Aber es hatte immense Folgen. Am Ende stand ein Schadenaufwand von 1,5 Millionen Euro. Um das Risiko durch solche Leitungswasserschäden bestmöglich zu reduzieren, beschäftigt sich unsere Unternehmensgruppe intensiv mit den aktuellen Marktentwicklungen. Ziel ist es, Lösungsansätze für die Kunden zu fördern. Dafür ist die Unternehmensgruppe eine Kooperation mit dem Unternehmen SYR ®, einem führenden deutschen Armaturenhersteller, eingegangen. Thorsten Engelhardt, Pressesprecher der Unternehmensgruppe, berichtet.


Leitungswasserschäden entwickeln sich zu einem immer massiveren Problem. In den vergangenen acht Jahren hat unsere Unternehmensgruppe allein im Segment von Gesundheitswesen, Sozialwirtschaft und Kirchen in der Gebäude-Leitungswasserversicherung unsere Kunden bei der Abwicklung von rund 65.000 Schäden begleitet. Der Gesamtaufwand betrug fast 353 Millionen Euro. Fast 27.000 Schäden traten in Unternehmen der Sozialwirtschaft auf. Hier entstand ein Aufwand von 134 Millionen Euro.
 

Die Versicherer müssen mehr Geld ausgeben als sie einnehmen

Aus versicherungstechnischer Sicht ist indes der Blick auf die Schadenquote noch entscheidender. Sie beträgt in der Sozialwirtschaft und im Gesundheitswesen zwischen 160 und 185 Prozent. Ingo Schmitz, Experte für die Leitungswasserversicherung, erläutert: „Das heißt, dass die Versicherer etwa eineinhalb bis zwei Mal mehr Geld für die Regulierung der Schäden ausgeben als sie an Prämien einnehmen. Die Leitungswasserversicherung muss also von anderen Versicherungssparten subventioniert werden. Das wird auf längere Zeit nicht mehr gut gehen, zumal sich der Versicherungsmarkt derzeit ohnehin weiter verhärtet.“

Damit rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, wie das Risiko von Leckagen an sich und damit der Reparaturaufwand reduziert werden können. Gemeinsam mit den Experten des Korschenbroicher Unternehmens SYR ® (Hans Sasserath GmbH & Co. KG) geht unsere Unternehmensgruppe das Thema an. „Die Kooperation mit SYR ® soll drei Ziele erfüllen: Wir wollen einen Mehrwert für unsere Kunden schaffen; die Sensibilität für das Thema Leitungswasserschäden erhöhen und außerdem diese Schäden langfristig versicherbar halten“, fasst Detlev Hrycej, Leiter der Produktentwicklung für Sachversicherungen, zusammen.
 

Baulich, technisch und organisatorisch vorbeugen

Zu einer umfassenden Prävention gehören baulicher, technischer und organisatorischer Schutz. Der bauliche Schutz bezieht sich dabei auf fachgerechte Bauweisen und vorausschauende Planung. So sollten Fußbodenabläufe beispielsweise nicht nur in Feuchträumen, sondern auch in Technikräumen wie den Standorten der Computerserver eingebaut sein. Der organisatorische Schutz umfasst unter anderem die Qualifikation der Handwerker beim Einbau beziehungsweise bei der Wartung der Anlagen. Der technische Schutz wiederum setzt auf technische Möglichkeiten, ungewöhnlichen Wasser­abfluss rechtzeitig zu erkennen, den betroffenen Leitungsstrang abzusperren und die Techniker zu alarmieren.
 

Großer Nutzen durch digitalen Schutz

Bei dieser Komponente setzt die Zusammenarbeit mit SYR ® an. Das Familienunternehmen vom Niederrhein ist weltweit tätig und hat mittlerweile mehr als 20 Jahre Erfahrung im Leckageschutz in Gebäuden – vom Ferienhäuschen bis zum Großobjekt. Auch große Unternehmen der Sozialwirtschaft stattete SYR ® bereits mit digitalen Schutzsystemen aus. Rund 500 Mitarbeitende entwickeln, produzieren und vertreiben neue Lösungen im Bereich Leckageschutz, Wasserbehandlung, Hygiene- und Heizungskontrolle.

Die digitale Vernetzung der Geräte, oftmals mit dem Schlagwort „Internet der Dinge“ betitelt, eröffne insbesondere auf dem Sektor des Leckageschutzes neue Möglichkeiten, erläutert Mario Besseling. Der staatlich geprüfte Sanitärtechniker leitet SYR Connect, den Digital-Bereich bei SYR ®. Dort werden vernetzte Überwachungssysteme entwickelt und optimiert.

„Die automatischen Absperrsysteme erkennen, wenn in einem Rohrsystem Wasser ungewollt austritt“, schildert Mario Besseling. Dazu messen die Geräte permanent verschiedene Werte wie Wasservolumen, Druck, Zeit oder Temperatur und gleichen die Ergebnisse mit voreingestellten Parametern ab. Zeigen sich unnormale Messergebnisse, können sie ein Hinweis auf eine Undichtigkeit sein, das Gerät gibt dann einen Alarm an die Haustechnik oder auf eine App auf dem Handy. Außerdem kann es die Wasserzufuhr absperren.
 

Leckagen lassen sich nicht komplett verhindern, aber …

Mitunter ist es überhaupt nicht angebracht oder sogar verboten, sofort den Wasserzufluss zu sperren. Die Vernetzung der Geräte untereinander ermögliche es in diesem Fall, die potenziell von der Leckage betroffene Stelle stärker einzukreisen und so nur den betroffenen Abschnitt abzuriegeln. Das erleichtere es letztlich auch den Technikern, einen Schaden aufzuspüren und minimiere die Kosten. Denn: „Leckagen im Leitungsnetz lassen sich auf Dauer nicht verhindern“, sagt Mario Besseling. Das verbaute Material altert, ermüdet, korrodiert. „Aber die Auswirkungen solcher Schäden lassen sich minimieren“, fügt er an. Am Ende stünden eine schnellere Sanierung, ein geringerer Aufwand und geringere Betriebsausfallzeiten, zählt er auf.

Die Kooperation unserer Unternehmensgruppe mit SYR ® bietet den Kunden Vorteile. Besteht der Bedarf für eine Überprüfung und Ertüchtigung des Leitungsnetzes, nehmen die SYR-Technikspezialisten gemeinsam mit unseren Versicherungsexpertinnen und -experten eine kostenfreie Risikoanalyse vor und statten den Kunden mit den Unterlagen aus, die er für eine Ausschreibung benötigt. Sind die Anlagen durch die dafür qualifizierten Fachhandwerker installiert, übernimmt SYR ® die Einweisung der Haustechniker in das System. Außerdem erhalten die Kunden einen Preisvorteil bei der Wartung durch SYR ®. Das Korschenbroicher Unternehmen stellt zudem eine rund um die Uhr an jedem Wochentag erreichbare Hotline zur Verfügung, die bei Problemen Hilfe leistet.

Neben der Kooperation mit der Firma SYR ® beobachten wir die Entwicklungen am Markt sehr genau und informieren unsere Kunden bei Neuerungen fortlaufend.

 

Thorsten Engelhardt
thorsten.engelhardt@ecclesia.de

 

Ähnliche Beiträge

06.05.21

29.04.21

26.04.21